Der Kopf, der nicht sterben durfte


Originaltitel:
The Brain That Wouldn't Die
Jahr:
1962
Eingetragen:
07.01.2014
IMDB-Wertung:
4,5/10


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Während Jan mehr oder weniger geduldig zu Hause ausharrt…
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…sucht ihr Verlobter ihr einen neuen Körper aus.
Dr. Bill Cortner (Jason Evers) gerät gemeinsam mit seiner Verlobten Jan (Virginia Leith) in einen schweren Autounfall. Er selbst kommt mit nur leichten Blessuren davon. Jans Körper ist dagegen praktisch vollständig zerstört. Da trifft es sich gut, dass Bill führend auf dem Gebiet experimenteller Chirurgie ist: Er schnappt sich Jans abgetrennten Kopf und bringt ihn in sein Heimlabor, wo er ihn künstlich am Leben erhält. Er glaubt, diesen Zustand 48 Stunden erhalten zu können.

Trotzdem lässt er sich ordentlich Zeit beim Körpershopping: Schließlich möchte er ja nicht mit irgendeinem Körper verheiratet sein, also zieht er durch Stripclubs und besucht Schönheitswettbewerbe, um die ideale Teilehefrau zu finden, diese von ihrem Originalkopf zu trennen und stattdessen Jans aufzupflanzen. Schließlich bekommt er den Tipp: Studienkollegin Doris Powell (Adele Lamont) arbeite immer noch als Fotomodell, ihr Gesicht sei jedoch durch eine Brandnarbe entstellt. Bill entscheidet für sie, dass damit ihr Leben ohnehin nicht mehr lebenswert sei, nimmt Kontakt zu ihr auf und lockt sie in sein Haus. Was er jedoch nicht eingeplant hat, ist, dass Jans Kopf, mittlerweile wieder bei Bewusstsein, nicht nur abgrundtiefe Hassgefühle für ihn, sondern auch telepatische Fähigkeiten entwickelt hat – und in Kommunikation mit einem weggesperrten, früheren, monströsen Experiment Bills steht.

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Schrecklichst entstellt!
Wahrscheinlich hätte man ja nichts anderes erwarten dürfen, aber die ersten Sekunden des Films ließen doch erstmal mehr erhoffen: Bei schwarzem Bild bettelt eine verzweifelte Frauenstimme darum, endlich sterben zu dürfen. Solche wahlweise emotionalen oder moralisch-philosophischen Fragen bekommen aber im Folgenden praktisch keinerlei Platz mehr eingeräumt. Nur sehr indirekt ist die Anmaßung Bills, über Leben und Tod anderer zu entscheiden, noch Grund für Jans Verbitterung und ihren Umschwung. Bezeichnenderweise sprechen Bill und Jan nach dem Unfall kein einziges Mal mehr miteinander – fast könnte man das schon wieder als Reflektion der Kommunikationslosigkeit in der Partnerschaft verstehen, wenn Bill Jans Kopf irgendwann sogar den Mund zuklebt.

Doch in aller Ernsthaftigkeit gibt es stattdessen einfach die übliche sensationalistische Frankensteingeschichte, gewürzt mit zeittypisch „aufreizend leichtbekleideten“ Damen. Einerseits immer wieder köstlich, was in diesem Genre für ein Frauen- und Schönheitsbild, in dem eine kleine Narbe bereits einhellig als unüberwindliche Entstellung interpretiert wird, zu Gesicht bekommt. Andererseits ist das aber dadurch auch natürlich ziemlich auswechselbar.

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