Archimedes – Löwe von Syrakus


Originaltitel:
L'assedio di Siracusa
Jahr:
1960
Eingetragen:
07.07.2013
IMDB-Wertung:
5,5/10

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Syrakus droht im Krieg der Großmächte Rom und Karthago unter die Räder zu kommen
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Bereits als er Artemis trifft, experimentiert Archimedes mit Spiegeln
In eher kitschig angelegten Monumentalfilmen ist es Konvention, den Verlauf der Weltgeschichte durch persönliche Schicksale motiviert zu interpretieren. Dass der Mathematiker Archimedes tatsächlich fortschrittliche Waffen konstruierte, als seine Heimatstadt Syrakus vom aufstrebenden römischen Reich angegriffen wurde, ist historisch verbrieft. Dass der gesamte Krieg überhaupt nur aufgrund tiefer Eifersucht zwischen Archimedes und dem römischen Konsul stattfand, entspringt dagegen wohl einzig und allein der Fantasie der Schreiber diesen Films.

Die Geschichte zieht sich über ca. 20 Jahre hin. Der junge Archimedes (Rossano Brazzi) läuft zufällig Artemis (Tina Louise), einer reisenden Schaustellerin, über den Weg, und er verliebt sich Hals über Kopf. Er ist drauf und dran, seine Verlobung mit Clio (Sylva Koscina in einer sehr undankbaren Rolle), der Tochter des Syrakusischen Herrschers (Gino Cervi), zu lösen. Doch wie es das Schicksal so will, wird Archimedes von römischen Soldaten außerhalb der Stadt aufgegriffen und da er keine Papiere dabei hat ein paar Tage eingesperrt. Währenddessen gibt es diverse Verwicklungen um Artemis, die ihr Gedächtnis verliert und nach Rom verfrachtet wird, wo sie, bereits schwanger mit Archimedes' Kind, unter dem Namen Lucretia den späteren Konsul Marcellus (Alberto Farnese) heiratet. Marcellus zieht Marco (als Erwachsener: Luciano Marin) wie seinen eigenen Sohn auf. Als er sich auf einer diplomatischen Mission in Rom befindet, erfährt Archimedes, der mangels Alternativen nun doch Clio geheiratet hat, die Wahrheit über den Verbleibt Artemis'.

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Entfremdung vom eigenen Sohn
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Archimedes' Spiegelkanonen vernichten die römische Flotte
Und als ob das alles noch nicht genug schicksalshafte Zufälle wären, kommt der erwachsene Marco, über seine wahre Herkunft ahnungslos gehalten, als römischer Spion nach Syrakus, und wird natürlich verhaftet, so dass Archimedes ihn zum Tode verurteilen muss usw. D.h. es wird hier wirklich tiefer als tief in die clichéhafte Tränenkiste gegriffen. So tief, dass es wirklich völlig absurd wird! So absurd, dass es leider auch keinen richtigen Spaß mehr macht zuzuschauen.

Da hilft dann leider auch die durchaus aufwändige Inszenierung, insbesondere in den Schlachtszenen gegen Ende, nichts mehr. Hier werden einfach alle positiven Qualitäten mit Schmalz erschlagen. Man will einfach zu bedeutungsschwanger sein, was sich auf jede Einstellung, jeden hochgestochenen Dialog auswirkt. In einem gewissen Maß sind solche Elemente zweifellos wichtig. Eine rein abstrakte Darstellung von Ereignissen erreicht meist nicht die so wichtige emotionale Zuschauerbindung. Doch es zählt, persönliche Schicksale vor dem Hintergrund mehr oder weniger historischer, vor Allem aber eben deterministisch ablaufenden Ereignisse zu zeigen, um einem letztere nahezubringen – und nicht wie in diesem Fall die persönlichen Schicksale als Auslöser der politischen Großereignisse zu interpretieren.

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