Atlantis, der verlorene Kontinent


Originaltitel:
Atlantis, the Lost Continent
Alternativtitel:
Atlantis – Kontinent der Verlorenen
Jahr:
1961
Eingetragen:
02.07.2013
IMDB-Wertung:
5,6/10

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Ankunft im U-Boot
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Eines ist klar: Hier werden „falsche“ Götter angebetet
Als ihm ein ganz besonderer Fang ins Netz geht, verändert sich das Leben des griechischen Fischer Demetrios (Sal Ponti) fundamental: Es handelt sich um Antillia (Joyce Taylor), eine Prinzessin aus dem legendären Reich Atlantis. Als diese mit überheblicher Arroganz bei den bodenständigen Griechen nicht weiterkommt, ändert sie ihre Taktik und überzeugt Demetrios auf freundliche Art und Weise, die abenteuerliche Reise aus dem Mittelmeer hinaus zu wagen, um sie wieder nach Hause zu bringen.

Atlantis erweist sich als technisch fortschrittliches, wirtschaftlich blühendes, prunkvolles Reich. Gesellschaftlich entspricht es dagegen den Zuständen des Großteils der antiken Welt: Eine absolute Willkürmonarchie führt den Staatsapparat und Ausländer verlieren automatisch bei Betreten der Insel all ihre Rechte, werden versklavt. Dies geschieht auch mit Demetrios, dem Antillia noch ein Eheversprechen gegeben hatte. Oberfiesling Zaren (John Dall), der ohnehin bereits im Hintergrund des greisen Königs (Edgar Stehli) die führende Hand des Reiches ist, hat nämlich andere Pläne mit ihr: Um seine Herrschaft zu offizialisieren möchte er die Prinzessin selbst ehelichen.

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Gladiatorenduell auf heißen Kohlen
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Apokalypse
Es folgen Demetrios' Kampf um seine Freiheit, militärische Expansionspläne Zarens sowie der programmgemäße Untergang Atlantis'. Was allerdings alles etwas abgespult wirkt. Die Geschichte entwickelt niemals den Anschein der notwendigen Ausmaße, so zu wirken, als gehe es hier wirklich um „Weltpolitik“. Stattdessen spielt sich alles zwischen den immer drei oder vier gleichen Charakteren ab – so wirken die Konflikte allseits kleinkariert und unwichtig statt bedeutend.

Darüber hinaus fehlt nach Ankunft in Atlantis eine dramaturgisch wichtige Phase: Demetrios, als fremder Neuankömmling der Avatar der Zuschauer, wird sofort gefangengenommen und in die Minen verfrachtet. Er erhält keine Gelegenheit, die Wunder der atlantischen Welt adäquat im Positiven kennenzulernen. Dies war Regisseur George Pal in seinem Vorgängerfilm Die Zeitmaschine gerade hervorragend gelungen, indem Protagonist „George“ dort erstmal diverse Szenen mit staunend aufgerissenen Augen durch diese futuristische Welt der Eloi laufen durfte. Hier springt Pal dagegen direkt zum zentralen Konflikt.

Abenteuerfilme dieser Art leben jedoch von der Balance des Positiv-Phantastischem („Welch fortschrittliche Technik!“, „Welch sorgloses Leben!“) und den sich dann erst später herausstellenden Kehrseiten eben jener Medaille („Der Preis für dieses schöne Leben Weniger ist trotz Allem untragbar“). Dieses Atlantis hat, so bleibt der Eindruck zurück, ausschließlich eine Kehrseite – und so ist es als fiktives Reiseziel auch nicht interessant.

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