Die Insel der verlorenen Seelen


Originaltitel:
Island of Lost Souls
Jahr:
1932
Eingetragen:
09.06.2013
IMDB-Wertung:
7,4/10

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Es gibt Geschichten, die auch nach über hundert Jahren ihre Brisanz nicht eingebüßt haben. Im Zeitalter einer Gentechnik, die H. G. Wells' Visionen um Welten übertrifft, sind die Fragen, die er in Die Insel des Dr. Moreau stellt, relevanter denn je – so sehr das ein Cliché sein mag.

Charles Laughton übernimmt hier die Rolle des Wissenschaftlers, der einzig und allein von seinem Erkenntnisdrang geleitet wird. Auf seiner Privatinsel operiert er Tiere in mehr oder weniger menschliche Gestalten um – manche weniger (Bela Lugosi), manche mehr (Kathleen Burke). Sein nächster Schritt: Er will wissen, ob seine Kreaturen bereits soweit genetisch kompatibel sind, dass sie sich mit echten Menschen fortpflanzen können. Da kommen ihm zwei unfreiwillige Besucher (Richard Arlen und Leila Hyams) mehr als gelegen.

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Die Geschichte ist adäquat moralisierend umgesetzt. Moreau ist der klar erkennbare unmoralische Schleimbolzen. Doch in der Figur seines Mitarbeiters (Arthur Hohl) werden die Dinge etwas grauer: In ungewöhnlichem Ausmaß für Hollywood wird sogar eingestanden, dass eventuell Wissenschaft jenseits biblischer Schöpfungslehre nicht nur möglich, sondern sogar in moralischen Grenzen möglich sein könnte.

Unschöner dagegen, dass man sich kostüm- und makeuptechnisch noch tief in der Tradition der Stummfilmzeit befindet. Es beginnt mit Lugosi, der sich bekanntermaßen in der Darsteller der Lon-Chaney-Schule sah, und entsprechend albern-übertriebene Outfits bevorzugte. Hier legt er einen wirklich lächerlichen, wild abstehenden „Ganzgesichtsbart“ an. Immerhin einigermaßen sinngebend, aber trotzdem kaum weniger übertrieben, ist das Outfit der „Pantherfrau“. Sowas macht leider nicht mehr den Eindruck von „Meisterdarstellern“, sondern genau das Gegenteil.

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