Scanners – Ihre Gedanken können töten


Originaltitel:
Scanners
Jahr:
1981
Eingetragen:
01.05.2013
IMDB-Wertung:
6,8/10

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Parapsychologie, oder die ernsthafte Untersuchung von Psi-Phänomenen, war in den 70er Jahren ganz groß gewesen und auch in fiktiven Medien ganz groß aufgearbeitet worden. Scanners ist also eigentlich ein Nachzügler, mit dem Regisseur David Cronenberg allerdings erst so richtig berühmt wurde.

Thematisch ist dies kaum nachvollziehbar: Erzählt wird die übliche Geschichte mutierter Menschen, der Scanner, die nicht nur die Gedanken anderer Menschen lesen, sondern sogar kontrollieren sowie Angriffe mit physischen Auswirkungen rein mit ihren Gedankenkräften durchführen können. Cameron Vale (Stephen Lack) ist ein solcher Scanner, allerdings ohne, dass er es selbst weiß. Dr. Paul Ruth (Patrick McGoohan) von der Firma ConSec, die sich der Erforschung der Scanner verschrieben hat, lehrt ihn, diese Gabe kontrolliert zu nutzen. Das ist auch bald nötig, denn Bösewicht Daryle Revok (Michael Ironside) plant mit seiner Scanner-Untergrundbewegung die Macht im Land zu übernehmen. Vale stellt sich ihm entgegen, erfährt dabei allerdings noch so Einiges über sich selbst, Ruth und Revok, wovon er nicht geahnt hatte.

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Revoks Gedanken…
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…können töten!
Nur kurz zuvor hatte man beispielsweise in Teufelskreis Alpha eine fast identische Handlung gesehen. Was Cronenbergs Version jedoch auszeichnet, ist einerseits die Präsenz einiger guter Darsteller (McGoohan als Mentor zweifelhafter Moral und Ironside grandios als völlig amoralischer Fiesling) und eben der interessante Stil der Inszenierung.

Obwohl es sich ja um eine abstrakt-geistige Fähigkeit handelt, holt Cronenberg das Scannen schnell auf die Körperlichkeit zurück – also das sich durch die meisten seiner Filme ziehende Motiv des physischen Ekels als Ausgeburt psychischer Zustände. Ganz explizit geschieht das natürlich in der meistzitierten Szene des explodierenden Kopfes (die streng genommen ebenfalls aus Teufelskreis Alpha entnommen ist), doch auch der immer wieder erwähnte und gezeigte zu schnelle körperliche Verfall der Scanner legt den Finger genau in diese Wunde. Und das grandios ambivalente Ende, in dem Revoks Körper mit Vales Stimme aus dem Duell der beiden als Sieger hervorgeht, während ein anderer, nicht mehr zu erkennender Körper verkohlt am Boden liegt, entschädigt in seiner Ironie für so manches ausdruckslose Starren des Hauptdarstellers im Filmverlauf.

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