Teufelskreis Alpha


Originaltitel:
The Fury
Jahr:
1978
Eingetragen:
30.04.2013
IMDB-Wertung:
6,4/10

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Eine Modelleisenbahn bewegt durch Gedankenkraft
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Sechszig Jahre alt und zur Werbefigur in Unterwäsche verkommen
Ein Altstar (Kirk Douglas) weit jenseits seiner großen Zeit und völlig talentfreie Jungdarsteller (Amy Irving und Andrew Stevens) in einem etwas unentschlossen zwischen Thriller und Action pendelnden Film über das Modethema Telekinese/Telepathie? Immerhin saß der aufstrebende Brian De Palma auf dem Regiestuhl und Komponist John Williams tat sein bestes, die Zuschauer mit Herrmann'schen Klängen zu verwöhnen.

So richtig will die Sache eben nicht zusammenkommen. Erst wird Geheimagent Peter (Douglas) von seinem Vertrauten Ben Childress (John Cassavetes) hintergangen; in der Aktion soll Ben um die Ecke gebracht werden, damit Childress freien Zugriff auf Peters parapsychologisch begabten Sohn Robin (Stevens) haben kann. Doch Peter überlebt und er widmet nun sein gesamtes Leben als Flüchtiger im Untergrund dem Ziel, seinen Sohn wiederzufinden.

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Mit Robin werden unspezifizierte Experimente zu unspezifizierten (aber bestimmt düsteren) Zwecken durchgeführt
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Cassavetes ist auf den ersten Blick als Bösewicht erkennbar
Doch nach diesen zwar recht simpel gestrickten, aber immerhin furiosen Anfangsszenen, blendet die Handlung all dies erstmal völlig aus. Stattdessen verfolgen wir das Schicksal der Schülerin Gillian (Irving), die – dermaßen offensichtlich, dass man sich fragen muss, wie sie bisher überhaupt 17 Jahre ohne zumindest eine Totschlagsanklage überstanden hat – ebenfalls über psychische Kräfte verfügt, diese aber nicht zu kontrollieren weiß, so dass es in ihrem Umfeld immer wieder zu unschönen Ereignissen kommt. Schließlich schickt ihre Mutter (Joyce Easton) sie auf eine besondere Schule für derlei Begabte. Wo vor ein paar Monaten auch Robin eine Zeit verbracht hatte.

So sollen die Geschichten also zusammenlaufen, doch es spielt einfach zu große Zufälle eine Rolle, als dass man das wirklich so hinnehmen könnte. Einerseits soll man glauben, dass ein von Peter beauftragter Detektiv (William Finley) Gillian bereits aufgespürt hatte, und sie Peter als mögliche Informationsquelle, seinen Sohn zu finden, identifiziert hatte. Doch dann kommt sie auch noch zufällig in das gleiche Forschungszentrum und nimmt so zufällig mentalen Kontakt mit Robin auf? Und zufällig hat nun auch Childress an ihren Talenten Interesse? Und zufällig ist Peter sehr gut mit einer Krankenschwester (Carrie Snodgress), die dort arbeitet, bekannt?

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Robin spürt, dass seine Seelenverwandte sich nähert
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Das Ende ist blutig
Das verhindert nicht, dass einige Szenen durch ihre sehr gute Inszenierung durchaus Resonanz erzeugen. Zu nennen wäre hier beispielsweise Gillians von Peter inszenierte Flucht, die in einem regelrechten Blutbad endet, das in Zeitlupe und völlig ohne Ton zu sehen ist. Andererseits schlagen die Fremdschämsensoren immer dann voll aus, wenn Stevens oder Irving allein die Bühne überlassen wird. Die beiden scheinen wahrlich keine Grenzen des „Overactings“ zu kennen: Natürlich ist es in solcherlei Filmen ein wiederkehrendes Problem, „Kämpfe“ und „Anstrengungen“ rein geistiger Art überhaupt adäquat sichtbar zu machen, aber dermaßen weit aufgerissene Augen und Fratzen müssen wirklich nicht sein!

Doch in gewisser Weise ist diese Übertreibung wohl auch inhärent im Drehbuch verankert. Man könnte das tiefschwarze Ende in diesem Sinne vielleicht als folgerichtig bezeichnen, jedoch ist es eben auch eine Ausgeburt dessen, was man eigentlich nur in den Bereich pseudoemotionalen Schunds einordnen kann. Derart abgedroschener Stoff verdient ein ebenso abgedroschenes Urteil: Weniger wäre mehr gewesen.

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