Paranoia


Originaltitel:
Paranoia
Alternativtitel:
A Quiet Place to Kill
Jahr:
1970
Eingetragen:
12.02.2013
IMDB-Wertung:
6,3/10

Sowohl in Die Teuflischen, als auch in Nur die Sonne war Zeuge geht es um einen Mord „in der Familie“. Doch die beiden zu mischen liegt trotzdem nicht unbedingt nahe. Aber versuchen kann man es ja trotzdem mal.

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Maurice in seinem Element
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Er mag das so geplant haben; Helen nicht

Natürlich muss es erstmal zwei Frauen geben, die den Mord am Ehemann einer der beiden planen. Dieser Ehemann ist Maurice (Jean Sorel), seine Ehefrau die wohlhabende Constance (Anna Proclemer) und deren Komplizin pikanterweise Maurices Ex-Frau Helen (Carroll Baker). Die geschiedene Ehe hatte schon gewaltätig geendet. Constance kann das mittlerweile nachvollziehen: Playboy Maurice treibt sie mit seiner Untreue zum Wahnsinn, ist aber gleichzeitig unwiderstehlich. Das bekommt Helen auch wieder zu spühren, als sie trotz aller guten Vorsätze erst mit Maurice im Bett landet und er ihr anschließend allen Ernstes den Vorschlag macht, sie könnten doch ab sofort zu dritt von Constances Geld zusammen das Leben genießen.

Doch es kommt alles anders als geplant, als die beiden Komplizinnen ihren Plan auf einem Bootsausflug durchführen wollen; Helen bekommt im entscheidenden Moment kalte Füße, Maurice verhält sich dagegen geistesgegenwärtig und am Ende liegt Constance tot an Deck. Ein absichtliches Kentern später wird sie aufgrund eines „Unfalls“ für tot erklärt und in den Akten ihre Leiche für unauffindbar vermerkt. Helen und Maurice, nun als unfreiwillige Komplizen auf das gegenseitige Schweigen angewiesen, fühlen sich beide ohnehin nicht wohl mit der Situation, doch als dann auch noch Constances erwachsene Tochter Susan (Marina Coffa) eintrudelt, die recht offen Verdächtigungen äußert, beginnt die Fassade immer weiter zu bröckeln.

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Annäherungsversuche unterm Tisch
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Wunschtraum?

Und es folgen noch weitere Wendungen, die aber durchaus dramaturgisch Sinn ergeben. Auch wenn man das Ende natürlich allein aufgrund der cineastischen Abstammung vorhersehen kann, bleibt die Sache spannend, denn wen das Schicksal schließlich einholen wird, das weiß man noch nicht. Geschweige denn, wer eigentlich welche Ziele verfolgt hat und nun verfolgt.

Dass als Katalysator für die Geschichte die „Unwiderstehlichkeit“ des Ekels Maurice dient, mag man als Männerfantasie abtun. Andererseits ist es eben ein Spiel mit menschlicher Irrationalität. Nicht zu vergessen ist die Rolle ähnlich (wenn auch deutlich schwächer) angelegt wie Frauenfiguren im Film Noir. Am Ende bleiben ohnehin keine Sympathieträger übrig; jeder versucht ohnehin jeden hereinzulegen, auszutricksen und zu hintergehen.

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Der Fall wird immer verwickelter
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Insbesondere hinter Susans Auftauchen steckt wohl mehr

Die Kombination der beiden Vorbilder gelingt durchaus ohne allzu deutlich sichtbare Nähte. Ob sie nun wirklich Sinn ergibt, sei mal dahingestellt. Die Ähnlichkeiten gehen schon über wiedererkennbare Zitate im künstlicherischen Sinne hinaus, doch ohne bewusst als Zitate gekennzeichnet zu sein, um so vielleicht eine über ihren expliziten Inhalt hinausgehende Funktion zu erfüllen. Was nicht gerade dadurch besser wird, dass das gleiche Duo aus Regisseur Umberto Lenzi und Hauptdarstellerin Baker sich bereits für Così dolce… così perversa einen der genannten Filme zum Vorbild genommen hatte.

Unzynisch für sich betrachtet weiß Paranoia jedoch mit seiner gelungenen Machart durchaus zu unterhalten. Das Gefühl des Déjà Vu kennt man als Vielgucker ja ohnehin und man muss es eben abzuschütteln wissen.

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