Midnight Killer


Originaltitel:
Morira a Mezzanotte
Alternativtitel:
You'll Die at Midnight, Midnight Ripper
Jahr:
1986
Eingetragen:
02.02.2013
IMDB-Wertung:
5,7/10

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Eiswürfel mögen ja bakteriell fraglich sein… aber so gesundheitsschädlich?
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Was will sie da?
Als seine Ehefrau Sara unter der Dusche mit einem Eispickel ermordet wird, ist Polizist Nicola Levi (Leonardo Treviglio) für seinen Kollegen Pierro Terzi (Paolo Malco) der logische Verdächtige. Nur Minuten vor dem Mord hatte er sich lautstark und gewalttätig mit Sara wegen ihrer Affären mit anderen Männern gestritten. Polizeipsychologin Anna Berardi (Valeria D'Obici), die Nicola schon aus Studienzeiten kennt, hat dagegen eine ganz andere Theorie: Der Mord sei zu brutal verübt worden für ein Eifersuchtsmotiv; er passe vielmehr in das Schema des in der Stadt berüchtigten Franco Tribbo (Peter Pitsch). Der ist allerdings nach einem selbstgelegten Brand in der Nervenklinik der Polizei vor acht Jahren für tot erklärt worden.

Terzis Tochter Carol (Lara Wendel), gleichzeitig eine Studentin Annas, ist ebenfalls von dem Fall Tribbo fasziniert. Beide Frauen fühlen sich bald sehr konkret von dem angeblich Toten verfolgt und bedroht. Und als Nicola in einem Handgemenge von einem Polizisten erschossen wird und das Morden trotzdem weitergeht, muss auch Terzi sich eine neue Theorie zusammenbasteln. Doch an Tribbo glaubt er weiterhin nicht. Schließlich habe der grundsätzlich nachts und im Freien gemordet.

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Aaaaah! Lara Wendel erwachsen und bekleidet? Der Schock des Unerwarteten…
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Der grimassenschneidende Killer ist erkennbar Tribbo… was nicht heißen muss, dass Tribbo der Killer ist
Die Zuschauer sind da bereits weiter: Sie haben Tribbo an diesem Punkt schon mehrfach gesehen. Was aber natürlich andererseits nicht bedeutet, dass am Ende nicht trotzdem die große „überraschende Demaskierung“ stattfindet. Allerdings gestaltet sich jene und das dahinterliegende Motiv dermaßen albern, dass man kaum glauben kann, dass das noch ernst gemeint sein kann; andere Zeichen einer Satire oder zumindest Ironie gibt es jedoch nicht.

Zugestehen muss man dem Film, dass ihm damit immerhin ein einigermaßen sinnvolles Zitat des Genreklassikers Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe gelingt. Schade nur, dass dessen Regisseur das gleiche Motiv bereits kurz zuvor in seinem Tenebrae schon nochmal aufgegriffen hatte – im direkten Vergleich kommt Midnight Killer nicht gut weg.

Auch sonst bemüht sich Bava-Junior, Ikone Argento nachzueifern: Die vom Kopf der Gruppe „Goblin“ komponierter Musik unterlegten Kamerafahrten können sich stimmungstechnisch durchaus sehen lassen. Nur gelingt es hier eben leider nie, über diese handwerklich gute Basis hinauszuwachsen. Zu deutlich durchschaubar sind die zentralen Spannungs- und Mordszenen rein auf den Effekt ausgelegt: Wieso treiben sich die potentiellen Opfer beispielsweise in verlassenen Theatern oder Hotels herum? Ja, solche Schauplätze geben optisch gute Kulissen ab, aber man möchte als Zuschauer schon zumindest ein Mindestmaß an intrinsischer Motivation dafür sehen, dass sich dort etwas abspielt. Jene geht Midnight Killer allerdings ab und so wirken die Einzelszenen zwar teilweise gelungen und spannend, aber das Große und Ganze bleibt Stückwerk.

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