Die Kanonen von Navarone


Originaltitel:
The Guns of Navarone
Jahr:
1961
Eingetragen:
24.09.2012
IMDB-Wertung:
7,5/10

Die Türkei blieb während des 2. Weltkriegs neutral. Militärisch mag sie zu der Zeit wenig bedeutsam gewesen sein, jedoch machte die strategisch wichtige Lage als eventueller Zugangspunkt (bzw. aus der anderen Perspektive als Blocker) vom deutsch besetzten Europa zu den ressourcenreichen arabischen Gebieten sie für beide Seiten zu einem interessanten potentiellen Partner. Soweit der historische Hintergrund.

Im Übergang zur Fiktion möchte die deutsche Heeresleitung durch eine Machtdemonstration im Mittelmeerraum den umworbenen Staat auf die Seite der Achsenmächte ziehen. Auf einer kleinen griechischen Insel in der Nähe der türkischen Küste sind mehrere hundert alliierte Soldaten eingeschlossen. Sowohl ihre Versorgung, als auch ihre Evakuierung scheitert an zwei auf einer deutsch/italienisch kontrollierten Nachbarinsel stationierten dicken Geschützen, die jeden Seezugang auf die Insel verwehren. Es ist bereits eine italienische Flotte im Anmarsch, die in wenigen Tagen den praktisch wehrlosen Soldaten zweifellos den Gar aus machen wird.

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Die Kommandotruppe

Da Luftangriffe den durch eine natürliche Felsformation geschützten Kanonen nichts anhaben können, stellt Kommandant Jensen (James Robertson Justice) ein kleines Kommandoteam zusammen, das auf der Nordseite der Insel landen, sich möglichst unbemerkt zu den Geschützen durchschlagen und diese dann zerstören soll. Diese Nordseite gilt als nur wenig verteidigt… da die Klippen dort als unbezwingbar gelten. Das Team setzt sich zusammen aus Major Franklin (Anthony Quayle), dem Bergsteiger Mallory (Gregory Peck), dem Sprengstoffexperten Miller (David Niven), dem Techniker Brown (Stanley Baker) und schließlich den griechischen Guerillakämpfern Pappadimos (James Darren) und Stavros (Anthony Quinn). Mit einem altersschwachen Fischerboot setzt die Gruppe auf die Insel über, bezwingt tatsächlich die Klippen und überwältigt die wenigen deutschen Soldaten. Anschließend nehmen sie mit zwei lokalen Widerstandskämpferinnen (Irene Papas und Gia Scala) Kontakt auf. Doch Franklin ist während des Aufstiegs ernsthaft am Bein verletzt worden, und so müssen sie um seinetwillen den Weg in die nächstgelegene Stadt wagen, um dort einen verschwiegenen Arzt aufzutreiben – wo es natürlich von deutschen Soldaten nur so wimmelt. Und mit jedem weiteren Tag häufen sich die Anzeichen, dass auch unter ihnen selbst ein Verräter ist…

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Ihr Ziel

Die Kanonen von Navarone bietet keine tiefgründigen psychologischen Einblicke in die menschliche Seele. Die Figuren und ihre Konflikte bleiben holzschnittartig; einzig Miller, von dem man gleich anfangs erfährt, er habe bereits mehrfach die Beförderung in den Offiziersstand abgelehnt, ist diesbezüglich ansatzweise interessant, da ungewöhnlich. Auch, wenn die letztendliche Interpretation des Filmes dem aufrechten, „verantwortungsvollen Helden“ Mallory „recht“ gibt, so ist Miller doch die interessantere Person: Selbstbewusst stellt er sich gegen ranghöhere Offiziere, wenn er von etwas überzeugt ist, erkennt Situationen deduktiv schneller als alle anderen und rettet die Mission mehrfach mit seinem Erfindungsreichtum – er ist also, wie es leider sonst häufig bei solchen Charakteren vorkommt, kein „feiger Versager“.

Worauf der Film jedoch eigentlich primär wert legt, ist die sehr gute Kriegsaction. Daraus, dass es sich um eine Kommandoaktion dreht, ergeben sich eher klaustrophobische Situationen, die in schützender Dunkelheit spielen, als epische Schlachtszenen. Was aber ohnehin spannender ist, als die entpersonalisierte Alternative. Sehr gute Unterhaltung, auch wenn man Mallorys „Plan“ zur „Ablenkung“ der bei den Kanonen stationierten Wachen, dem nachher eine essentielle Bedeutung zukommt, wirklich nur noch als hanebüchen bezeichnen kann.

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