Mord im Spiegel


Originaltitel:
The Mirror Crack'd
Jahr:
1980
Eingetragen:
16.07.2012
Bearbeitet:
31.07.2012
IMDB-Wertung:
6,2/10

Ein englisches Provinznest in Aufruhr: In einem hiesigen Landhaus soll ein Hollywoodfilm gedreht werden! Es soll das Comeback der alternden Diva Marina Rudd (Elizabeth Taylor) werden. Regie führt ihr Mann Jason (Rock Hudson) und Sekretärin Ella Zielinsky (Geraldine Chaplin) hat eine große Cocktailparty für die Lokalprominenz organisiert. Dort taucht auch Produzent Marty Fenn (Tony Curtis) mit seiner Ehefrau Lola Brewster (Kim Novak), einer alten Konkurrentin Marinas, die ebenfalls in einer Nebenrolle auftreten soll, auf. Während die beiden Diven beide um die allgemeine Aufmerksamkeit buhlen, kippt plötzlich Dorfbewohnerin Heather Babcock (Maureen Bennett) um – vergiftet!

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Nett gemeinte, aber schicksalsschwere Geste: Marina überlässt Heather ihren Drink

Wer hätte diese naiv-harmlose Person bloß ermorden können wollen? Bei genauer Rekonstruktion stellt sich heraus, dass der verursachende Drink eigentlich für Marina bestimmt gewesen war. Werden Inspektor Craddock (Wendy Morgan) und seine Tante Jane Marple (Angela Lansbury) weitere Anschläge verhindern können?

Leicht im Schatten der erfolgreichen Hercule-Poirot-Filme inszenierte Guy Hamilton, der kurz darauf auch noch für Das Böse unter der Sonne werden sollte, einen Miss-Marple-Film nach gleichem Schema: Eine große Ansammlung von (Alt-) Stars, deren Präsenz ungemein hilft, da anfangs komprimiert viele Charaktere eingeführt werden, die man sich eigentlich nur merken kann, da man bereits bekannte Gesichter assoziieren kann.

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Miss Marple wohnt der Zeugenbefragung gemütlich aus dem Ohrensessel bei

Stimmungstechnisch ist ungewohnt, dass die anfangs klar vorherrschenden komödiantischen Züge graduell immer mehr persönlicher Tragik weichen. Soetwas zum Funktionieren zu bringen, ist nicht trivial, doch Hamilton lässt sich Zeit und kriegt tatsächlich die Kurve. So unterhält Mord im Spiegel auf beide Weisen: Der Einstieg wird den Zuschauern auf komische Weise leicht gemacht und wenn man es sich erstmal mit den Figuren bequem gemacht hat, werden die ernsthafteren Register gezogen. Wirklich gut gelungen, auch wenn die Erwartungen durch die aus den 60er Jahren bekannte Marple-Figur natürlich andere waren – diese ruhigere Variante wird beinahe sogar zur Nebenrolle in ihrem eigenen Film. Durchaus im Sinne der Vorlage, aber für unbedarfte Zuschauer ungewohnt.

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