Das Milliarden-Dollar-Gehirn


Originaltitel:
Billion Dollar Brain
Jahr:
1967
Eingetragen:
24.02.2019
IMDB-Wertung:
6,0/10

Der Maurice Binder-Vorspann, so schön er stilistisch gestaltet ist, lässt leider nichts Gutes erahnen. Hatten die beiden Vorgängerfilme (Ipcress und Finale in Berlin) doch noch einen deutlichen Kontrapunkt zu der sich zur Entstehungszeit auf ihrem Höhepunkt befindlichen Bond-Reihe gesetzt, jettet der britische Agent Harry Palmer (Michael Caine) in seinem dritten Abenteuer plötzlich ziemlich viel um die Welt: Finnland, Lettland und Texas stehen auf dem Programm.

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Und auch sonst geht es deutlich in die Gimmick-Richtung: Eine Roboterstimme gibt am Telefon Anweisungen, der Bösewicht sitzt in einem riesigen Untergrundkomplex voller topmoderner Computeranlagen, seine Handlanger tragen Fantasieuniformen, völlig unnötig wird KGB-Oberst Stock (Oskar Homolka) reaktiviert und in die Handlung gepresst (wohl der Versuch, eine Art wiederkehrendes Ensemble aufzubauen) und die US-Zuschauerschaft bekommt mit Karl Malden und Ed Begley zwei bekannte Gesichter in prominenten Rollen eingebaut.

Das Ganze ist auf seine leicht überdrehte Weise zweifelsohne unterhaltsam. Das zentrale Thema, wie viel der täglichen Spionagearbeit sich wirklich um reinen Schein dreht, und wie wichtig ebensolcher Schein sein, wie viel mit Fehlinformationen angerichtet werden kann, ist auch nicht zu verachten. Und zwei wirklich starke Szenen – erstens Palmers Treffen mit dem angeblichen lettischen Widerstand und zweitens das Finale auf dem Eis, das einem den Atem stocken lässt – entschädigen für so Manches. Aber so richtig ernstzunehmen ist es trotzdem nicht mehr.

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