Nightmare 2 – Die Rache


Originaltitel:
A Nightmare on Elm Street Part 2 – Freddy's Revenge
Jahr:
1985
Eingetragen:
23.03.2018
IMDB-Wertung:
5,5/10

Nightmare 2 mag nicht der meistverachtete Film der Reihe sein, aber sehr wahrscheinlich ist es der meistübersehenste. Warum? Relativ wenige blutige Morde? Der homosexuelle Subtext? Eigentlich schade, denn das bereits dem ersten Teil zugrundeliegende Thema wird hier sogar viel schärfer herausgearbeitet.

Im Zentrum der Geschichte steht Jesse (Mark Patton), nerdiger Teenager und Bewohner des Hauses, in dem fünf Jahre zuvor so einige Blutorgien geschehen waren. Eine Sportskanone ist er nicht und auch sonst entspricht er nicht direkt dem Bild des gestreamlineten, beliebten „Jocks“. Sein einziger Freund ist Mitschüler Ron Grady (Robert Rusler) und die nette Lisa (Kim Myers) bemüht sich um seine Aufmerksamkeit. Jesse ist jedoch nicht nur tagsüber meist mit düsterem, introvertiertem Brüten beschäftigt. Jede Nacht bekommt er in seinen Träumen Besuch von Fred Krueger (Robert Englund), der immer stärker von dem mental Angeschlagenen Besitz ergreift. So weit, dass dieser schlafwandelt und dabei (wahrscheinlich) Morde begeht.

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Auch wenn der Inszenierung nach der hervorragenden Anfangsszene vielleicht die große Wucht, mit der einem der erste Teil ins Gesicht schlug, abgeht (wahrscheinlich auch ein Grund für die geringe Popularität), so zeigt sie doch ein paar sehenswerte Kniffe. So kristallisiert sich schleichend immer mehr Lisa als die eigentliche Protagonistin, im Sinne der handelnden Person, heraus – obwohl es um Jesse geht. Auch sprechen einige Szenenabfolgen mehr aus, als man vielleicht als jüngerer Zuschauer überhaupt bemerkt. Beispielsweise, wenn Lisa sich endlich ein Herz fasst und Jesse zu verführen beginnt, der aber nach kurzen Versuchen bemerkt, dass er sich dabei einfach nur unwohl fühlt (manifestiert durch den nahenden Freddy), und sich ausgerechnet zu Grady flüchtet – der nackt im Bett liegt und den Jesse anbettelt, doch bitte die Nacht bei ihm bleiben zu dürfen.

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Sicher, jetzt könnte man mit Recht fragen, warum Freddy gegen Ende auf dieser lahmen Poolparty wüten soll. Die anderen Morde hatten psychologisch immerhin alle direkt etwas mit der verletzten Psyche Jesses zu tun: Opfer waren Menschen, die ihn bedrohten, verhöhnten oder die ihn bis zum absoluten Frust nicht verstanden (Grady). Was haben all diese Leute am Pool ihm getan? Das war dann wohl eher ein Zugeständnis an die klassische Slasherzielgruppe, die nach „mehr Freddy“ schrie.

Trotzdem bleibt das Thema stark, weitgehend stringent und relevant. Jesse wird weder optisch, noch in seinem Verhalten farcisch überzeichnet, sondern ist eigentlich ein ganz normaler Typ. Der gerne beliebt und anerkannt wäre von seinen Mitmenschen, sich damit aber schwer tut. Und der sich überhaupt auch noch erstmal selbst finden muss. Dem es an Selbstsicherheit fehlt und der sich deshalb immer mehr in sein Schneckenhaus zurückzieht. Bis es schließlich in Carrie-Tradition knallt. Passt doch!

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