Indiana Jones und der Tempel des Todes


Originaltitel:
Indiana Jones and the Temple of Doom
Jahr:
1984
Eingetragen:
31.12.2017
IMDB-Wertung:
7,6/10

Der zweite Teil ließ (für die Verhältnisse der 80er, als Nachfolger noch nicht von vornherein fest eingeplant wurden) nicht lange auf sich warten. Dessen Szenario ergibt im Rahmen der (angenommenen) Prämisse, innerhalb des klassischen Abenteuergenres „hochwertige“ Produktionen zu liefern, Sinn: „Indiana“ Jones (Harrison Ford) verschlägt es mehr oder weniger durch Zufall (oder Schicksal?) ins koloniale Indien, wo er sich mit dem Thug-Kult auseinandersetzen muss. Uns erwarten also Dschungel, exotische Paläste usw.? Na ja, ansatzweise.

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Es ist kaum nachvollziehbar, warum dieser Film besonders jenseits des Atlantiks als besonders „düster“ gilt. Natürlich beginnt der Film wieder mit einem Prolog. Doch wo es im Vorgänger noch spannend zur Sache ging, werden hier gleich zwei Sidekicks eingeführt, die uns den Rest der Geschichte begleiten werden und die den Ton der Geschichte prägen: eine dauerkreischende Frau (Kate Capshaw), die sich vor allem und jedem ekelt, und ein „witziger“ kleiner Junge (Jonathan Ke Quan) – Stichwort: Holzklötze unter den Schuhen – der schnell neue Standards für nervige Kinder in Filmen setzt.

Nach kurzem Ausflug ins Hollywood-Clichéindien gelangen wir dann tatsächlich kurz in einen Palast, in dem es zu weiteren „lustigen“ Szenen kommt, die selbst die Exposition dessen, was eigentlich den Plot darstellen sollte, überlagern (Stichwort: „Affenhirn auf Eis“). Und die zweite Hälfte findet dann einfach in irgendwelchen austauschbaren Höhlen und Gängen statt und ist streng genommen nur eine ausgedehnte Verfolgungsjagd, bei der man schnell das Interesse verliert, weil einem die involvierten Charaktere schnutzpiepegal sind.

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Nun war es auch im verlorenen Schatz bereits so, dass an sich einfach Dinge geschahen, ohne dass der theoretische Protagonist sie vorantrieb. Kann man dies also dem Nachfolgefilm vorwerfen? Oh ja, denn ersterer Film zeigte immerhin, dass er sich, seine Geschichte und seine Figuren grundsätzlich ernst nahm. Der Tempel des Todes ist dagegen bevölkert von Clichéabziehbildern im schlechtesten Sinne, von Witzfiguren, die man niemals ernst nehmen kann.

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