Im Herzen der Rache


Originaltitel:
The Heart of Justice
Jahr:
1992
Eingetragen:
28.08.2017
IMDB-Wertung:
5,5/10

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Schundautor Austin Blair (Dennis Hopper in einer Minirolle) wird auf offener Straße erschossen, bevor der Täter Elliot Burgess (Dermot Mulroney) sich selbst ins Visier nimmt. Reporter David Leader (Eric Stoltz), für ein Sensationsblättchen tätig, wittert eine lohnende Geschichte. Die hinterbliebene Familie des Mörders, Schwester (Jennifer Connelly, Vater (Bradford Dillman) und Mutter (Joanna Miles) hält dicht, will jeden Skandal vermeiden. Mangels Fakten schreibt David stattdessen auf Rat seines Chefs hochspekulative Artikel zu der Theorie, Blair könne in seinem letzten Roman (in dem es um allerlei Intrigen und Inzest in der High Society ging) leicht verbrämt über die Burgess' geschrieben haben, und Elliot habe Rache gewollt.

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Audiokassetten, vorgeblich von Elliot selbst eingesprochen, die David daraufhin anonym zugesandt werden, scheinen diese Theorie sogar zu bestätigen. David vermutet Elliots Schwester als Absenderin der Pakete, stellt seine Veröffentlichungen vorerst ein, um doch noch die gesamten Hintergründe zu erfahren. Dabei kommt er eben jener Emma gefährlich nahe.

Leider bleibt es bei der üblichen Geschichte um die „brodelnden Abgründe“ der „gelangweilten Oberschicht“. Diese ist routiniert umgesetzt und die zwei Szenen Vincent Prices (in seinem letzten Film) stimmen grundsätzlich positiv. Doch der sich geradezu aufdrängende Subtext bleibt völlig unbehandelt: die Rückwirkung der ausgedachten Erzählung, die irgendwann ein Eigenleben entwickelt und zur (scheinbaren) Realität wird. David zweifelt niemals die Authentizität der Tonbänder an. Was diese erzählen wird distanzlos in regulär gespielten Rückblenden dargestellt, obwohl sie (zumindest vorgeblich) aus Elliots subjektiver Sicht passieren müssten. Also nichts dergleichen; Im Herzen der Rache ist reiner Text.

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