Showgirls


Originaltitel:
Showgirls
Jahr:
1995
Eingetragen:
22.02.2017
IMDB-Wertung:
4,8/10

Puuuuh… manchmal ist der Selbstanspruch, möglichst alles bis zum bitteren Ende anzuschauen, schmerzhaft. Immerhin muss man Showgirls zugestehen, dass es sich nicht zu den bisher zwei Filmen gesellt, bei denen mir dies misslungen ist. Wodurch allerdings der Gesamteindruck eher noch negativer wird, da es so viel mehr bekannte Angriffsfläche gibt. Gleicher Effekt durch die über zweistündige Laufzeit. Gäbe man etwas auf solche Marketingevents wie die Goldenen Himbeeren, hätte man es sich fast denken können. Doch was sind schon die Berichte Dritter, wenn man es nicht selbst erlebt hat?

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Trotz…

Showgirls kann man wohl beschreiben als Versuch, ein Remake von Alles über Eva zu drehen. Mit Titten. Und Ärschen. Und schlechten Frisuren. Und Sexszenen zum Fremdschämen. Was ja erstmal alles keine Totschlagkriterien gegen den Film wären. Nein, das völlige Versagen liegt im billigsten Drama.

Wenn Landei „Nomi“ (Elizabeth Berkley) sich ihren Weg unter den Nackttänzerinnen „Vegas'“ (Gina Gershon) nach oben kämpft und hackt, dann könnte man sich als Beteiligter an der Produktion versuchen, damit herauszureden, all die extensiven Nacktshows satirisch und hochsymbolisch für die Ausnutzung der Frauen zu Unterhaltungszwecken stünden. Nur würde diese Argumentation fehlschlagen.

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…Trainings bis zum Umfallen…

Man könnte argumentieren, dass „Nomi“ ausschließlich von Schmierlappen (Kyle MacLachlan) umgeben ist, und dies die Abgründe der Entertainmentindustrie zeigt. Wo ironischerweise der Betreiber eines echten Strip-/Lapdanceclubs (Robert Davi) noch die authentischste und grundehrlichste Person ist. Ja, stimmt soweit, nur ist dies dermaßen transparent inszeniert, dass dadurch keinerlei Spannung entsteht. Siehe beispielsweise die Szene, in der MacLachlan erst seinen Untergebenen unter Anwesenheit „Nomis“ herunterputzt, ihm dann aber direkt per Telefon eklärt, es sei nur Spaß gewesen.

Man könnte behaupten, die Figur „Nomis“ Freundin Molly (Gina Ravera) fungiere als einzige moralische Instanz der Geschichte, deren Missbrauch schließlich kathartisch auf die Protagonistin wirkt. Wobei einem allerdings nichts besseres als eine billigste Vergewaltigungsszene eingefallen ist. Ach ja, und von der Schluss-„Wendung“ wollen wir gar nicht mal anfangen: Dieses „Business“ ist also schlimmer als Prostitution. Aha. Hallo, Holzhammer!

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…geht es moralisch sogar noch bergab

Was soll's? Keine Spannung, keine interessanten Charaktere, keine vernünftigen darstellerischen Leistungen, schlimmste 90er-Jahre-Kostüme… und als Europäer assoziiert man mit „Vegas“ wohl einfach zu wenig, um hier irgendetwas von Interesse zu entdecken. Wobei andererseits natürlich all diejenigen, die behaupten, es handele sich um einen der schlechtesten Filme aller Zeiten wohl nicht allzu viele Filme gesehen haben können.

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