Cobra Verde


Originaltitel:
Cobra Verde
Jahr:
1987
Eingetragen:
29.04.2016
IMDB-Wertung:
8,1/10

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Klaus Kinski und Werner Herzog – das hatte bisher wechselnden Erfolg gehabt. Den unrühmlichen Abschluss dieser Zusammenarbeit bildet Cobra Verde.

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Wieder zieht es die beiden nach Südamerika. Kinski spielt den titelgebenden Übermenschen, von dem sämtliche Frauen weiche Knie bekommen (allesamt werden sie geschwängert) und sämtliche Männer zittern. Die natürliche Autorität seiner Aura geht so weit, dass Sklaven sich auf seinen Befehl freiwillig zum Auspeitschen begeben und afrikanische Stammesfürsten, die vorher sämtliche Europäer, die sich nur in die Nähe gewagt haben, massakriert haben lassen, erfüllen seine Forderungen nach neuen Sklaven zum Verschiffen nach Brasilien explizit ohne Gegenleistung. Die verweichlichten weißen Pfeffersäcke sind dermaßen in Erfurcht, dass sie sich nicht anders zu helfen wissen, als ihn aus der sicheren Entfernung eines ganzen Kontinents zu hintergehen und damit abzukanzeln.

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Anders als in den vorhergehenden Südamerikafilmen des Duos ist in Cobra Verde wirklich keinerlei sinnvolle Aussage mehr zu erkennen. Wenn Kinski aus dem Off in Selbstmitleid darüber schwadroniert, die hunderte Kinder, die er mittlerweile im Laufe der Erzählung gezeugt habe, und die Reichtümer und Titel, die ihm zuteil geworden sind, füllten ihn nicht aus, könnte man beinahe den Eindruck bekommen, seine Figur sei tragisch gemeint. Selten so gelacht (wenn es nicht alles so ärgerlich wäre)!

Leider besteht der Film beinahe ausschließlich aus dermaßen absurden Vorgängen, bei denen man kaum glauben mag, dass dies wirklich die intendierte Zielrichtung sein könnte. Da sind die unerklärt dem „Banditen“ verfallenen Farmertöchter noch der harmlose Anfang; später macht Klaus eine ganze Amazonenarmee so geil auf ihn, dass sie es gar nicht erwarten können, ihre Männer massakrieren! Mit diesem Machwerk, dessen ganzes Ausmaß man kaum aufzählen kann, hat sich niemand einen Gefallen getan.

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