Das Dschungelbuch


Originaltitel:
The Jungle Book
Jahr:
1967
Eingetragen:
28.03.2016
IMDB-Wertung:
7,6/10

Zum Glück hat ja ganz Deutschland diesen Film im Kino gesehen, von daher erübrigt sich jede Inhaltsangabe. Was macht Das Dschungelbuch zum erfolgreichsten Film überhaupt hierzulande?

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Im Dschungel gibt es Freunde…

Die abenteuerliche Geschichte im Dschungel inklusive Begegnungen mit vielen exotischen Tieren ist sicher ein gutes Fundament für die Zielgruppe. Die beiden erwachsenden Bezugsfiguren des Protagonisten (Stefan Sczodrok), Balu (Edgar Ott) und (Joachim Cadenbach), die praktisch als Mutter/Vater-Gespann (bzw. Kopf- und Bauchstimme) immer dabei sind, funktionieren in dieser Funktion so ausgefeilt, dass sie beinahe vergessen lassen, dass die eigentlichen Zieheltern Moglis, die Wölfe, bereits nach der ersten Szene seltsamerweise überhaupt nicht mehr auftreten.

Apropos Balu: Diese sofort sympatische Figur mit ihrer so antiautoritären Einstellung und ihren Träumen ist es, die wirklich den Unterschied macht. Dabei muss man natürlich die hervorragende Sprecherleistung Edgar Otts hervorheben. Trotz allem späteren „Tööröö“ – im Dschungelbuch hat er sich für immer ein Denkmal gesetzt!

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…aber es lauern auch Gefahren!

Es hilft seinem Eindruck sicherlich, dass auch die Übersetzer weitgehend sehr gute Arbeit geleistet haben. In seinem zentralen Gesangseinsatz schafften sie sogar das Unmögliche und machten aus der Not des unübersetzbaren Originaltextes (ein schnell vergessenes Wortspiel zwischen „bear“ und „bare“) eine Tugend und dichteten einfach ganz im Sinne der Szene und der Figur neu – und schafften eine Sternstunde, die das Original weit übertrifft! Schade, dass es beim zweiten zentralen Lied („Ich wär' so gern wie du“) nicht ganz so gut geklappt hat („Ein Mückenstich kann so sein wie ich“?) und bei dessen Inszenierung zu allem Überfluss auch noch mittendrin zum Originalton gewechselt wird. Man könnte meinen, das mache textlich in dem Moment nichts, aber auch Silbenlaute sind sprachspezifisch (mal abgesehen von den anderen Stimmen).

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Doch all diese Kleinigkeiten – die kurze Laufzeit trotz Füllszenen (die Elefanten…), die Irrelevanz der Wolfsfamilie, die in einzelnen Dialogzeilen versagende Übersetzung, die aus heutiger Sicht (!) politische Unkorrektheit – stellen die erwachsene Perspektive dar. Vor Jahrzehnten im Bremer Kino mit großen Kinderaugen betrachtet ist mir davon nichts, aber auch gar nichts aufgefallen. Und das emotionale Gedächtnis funktioniert seit dem so gut, dass der Ausgang des Kampfes zwischen dem Fiesling Shir-Khan (Siegfried Schürenberg) und Balu einem immer noch Tränen in die Augen treiben kann.

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