Rommel, der Wüstenfuchs


Originaltitel:
The Desert Fox: The Story of Rommel
Jahr:
1951
Eingetragen:
21.09.2015
IMDB-Wertung:
6,9/10

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Heldenverehrung
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Vor der Leinwand
Ein britischer Offizier (Desmond Young) forscht nach Ende des Krieges über den deutschen Gegenspieler nach, dessen Begegnung bei ihm einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Dabei handelt es sich um Feldmarschall Rommel, der „Wüstenfuchs“ (James Mason).

Was dann in Rückblenden ab El Alamein erzählt wird, setzt sich dabei aus zwei Bausteinen zusammen:

1. Archivaufnahmen, wohl aus anderen Filmen entnommen
2. Kammerspielszenen von angeblichen, bedeutungsschwangeren Dialogen

RommelDerWuestenfuchs03.jpg
Archiv
Dabei wird der übliche Rommelkult bedient. Dieser habe sich nur als „loyaler Soldat“ gesehen, dem es nicht obliege, die Befehle seiner Vorgesetzten in Frage zu stellen. Zwischen all den Unmenschen und Verrückten (plakative Szenen mit Hitler, Luther Adler) sei er ein aufrechter Ritter gewesen, der auf dem Feld der Ehre ein Genie gewesen sei und der leider erst viel zu spät erkannt habe, dass Rebellion seine Pflicht gewesen wäre.

Abgesehen von der Frage, woher dieser Möchtegern-Laurence-Erzähler diese Details alle herausbekommen haben soll: Was einen hier vorgegaukelt wird, ist historisch wie moralisch höchst fragwürdig. Ihn direkt mit dem Stauffenberg-Attentat (Eduard Franz) in Verbindung zu bringen, ihn als großen Helden, der nur zufällig auf der falschen Seite stand, zu stilisieren, ist regelrecht peinlich. Es passt jedoch in das typisch simple Geschichtsbild, das wahrscheinlich dem Wunsch nach einfachen Wahrheiten und Antworten entspricht.

Die eingangs angedeutete Billiginszenierung entbehrt jeder Dynamik oder mitreißender Spannung. Da kann dann auch die prominente Besetzung (Cedric Hardwicke, Leo G. Carroll, George Macready) nichts mehr retten. Ein schlimmes Machwerk!

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