Pi


Originaltitel:
Pi
Jahr:
1998
Eingetragen:
22.10.2014
IMDB-Wertung:
7,4/10

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Max Cohen (Sean Gullette), genialer Numerologe, hat eine Theorie: Sämtliche Vorgänge auf der Welt ließen sich mit Hilfe von Zahlen in ihrer Gesamtheit beschreiben. Diese Logik versucht er zu ergründen. Bislang scheitert der Beweis jedoch noch daran, dass selbst sein selbstentwickelter Supercomputer beim entscheidenden Schritt immer den Geist aufgibt, doch er scheint dem Durchbruch nahe.

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Das sehen wohl auch diverse Interessengruppen so. Eine Investmentfirma möchte die Börsenentwicklungen vorhergesagt haben. Eine jüdische Sekte, die eine religiös motivierte Äquivalenz zwischen dem hebräischen Alphabet und dem Zahlensystem sieht, erhofft sich dadurch ihrem Gott näherzukommen. Und sie sind allesamt bereit, über Leichen zu gehen, um an das, was sich in Max' Kopf befindet, zu kommen.

In kontrastreichen schwarz-weiß Bildern erzählt Pi in höchst subjektiver Weise aus der Sicht eines paranoiden Schizophrenen dessen Sicht auf die Welt. Seltsame Dinge und Zeichen (ein Gehirn auf der Treppe einer U-Bahn-Station, eine Wucherung an seinem Kopf) erscheinen unvermittelt, Verschwörungen riesigen Ausmaßes bauen sich um ihn herum auf – und man muss wohl davon ausgehen, dass sich das meiste davon nur in seinem Kopf abspielt.

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D.h. es handelt sich nicht um den millionsten, platten Verschwörungsthriller der Marke Dan Brown, sondern um den Versuch, in die subjektiv wahrgenommene Welt einer Person extremer Wahrnehmungen einzutauchen. Schwieriger Stoff, denn so subjektiv wie jene Wahrnehmungen dieses Charakters können auch die möglichen Interpretationen und Bewertungen der Rezipienten solcher (primär) Bilder sein.

Pi ist konsequent, verlässt seine subjektive Erzählperspektive niemals und verweigert damit die Bestätigung jeglicher Interpretationsversuche. Das ist Stärke und Schwäche zugleich. Stärke, da die Zuschauer dadurch nichts Vorgekautes präsentiert bekommen, sondern als intelligente Geister ernstgenommen werden. Schwäche, weil es den Halt an irgendeinem Verankerungspunkt verweigert und damit die Zugänglichkeit recht eingeschränkt bleibt.

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